JOBO-FILM

Reiseerlebnisse aus vielen Ländern der Erde

Südafrika 2017

Südafrika, die Wiege der Menschheit. Mit einer artenreichen Tierwelt. Bizarren Landschaften. Rassenkonflikte. All das ist uns bekannt. Mit einer Reisegruppe haben wir uns aufgemacht, dieses Land persönlich kennen zulernen.

Wir gehen auf die Pirsch nach den bekannten Big Five und hoffen, Elefant, Nashorn, Büffel, Leopard und Löwe in freier Wildbahn zu erleben.  Also heißt es sehr früh aufstehen. Glück gehört natürlich auch dazu.

Unser erstes Ziel ist der Kruger-Park. Paul Kruger hat ihn 1898 zum Schutz der Wildnis gegründet.

 

Doch nicht die Tiere überraschen uns, sondern ein extremer Kälteeinbruch. Bei gefühlten 5 Grad im Fahrtwind frieren wir ordentlich.

Der Kruger-Park gehört zu den größten Nationalparks in Afrika. Seine Fläche entspricht etwa der Größe von Hessen.

Gespannt blicken wir in die Weite des Buschlandes und entdecken den ersten der Big Five. Das Glück ist auf unserer Seite.

Elefantenbullen ziehen meist als Einzelgänger durch den Park. Mit Vorliebe fressen sie die jungen Triebe der Bäume. Dabei gehen sie äußerst rustikal vor. Bis zu 80% eines Tages dauert die Nahrungsaufnahme. Dabei werden bis zu 300 kg Gräser, Äste, Früchte und Holz vertilgt.



























Die Anatomie ihres Körpers hat sich entsprechend angepasst. Der hohe Zahnverschleiß wird durch Ersatzzähne ausgeglichen. Sie wachsen in jeder Kieferhälfte heran.

Bullen können bis zu 5 Tonnen schwer werden. Das enorme Gewicht auf die Gelenke wird durch dicke Fersenpolster abgefedert.


Giraffen lieben die Blätter stacheliger hoher Gehölze. Geschickt werden sie mit der langen Zunge abgepflückt, ohne sich an den Stacheln zu verletzen. Die starke blaue Pigmentierung der Zunge dient als Schutz vor Sonnenbrand.

















Die Impala bilden die größte Tiergruppe im Park. Zu der Gruppe der Antilopen gehören auch die Kudus und Gnus.




























Während der Bienenfresser geduldig auf Beute wartet, haben die Madenhacker bereits ihre Nahrungsquelle gefunden.

















Im Park ist es üblich, dass sich Besucher über aufgespürte Tiere informieren. Der Tipp führt uns zu einer Nashornmutter mit Kind.














Huf- und Kotspuren verraten uns den Standort von Kaffernbüffel. Sie leben in Herden, die über Jahre in ein und demselben Revier bleiben und dieses auf festgelegten Routen durchwandern.














Oft sitzen Madenhacker auf dem Rücken der Büffel und ernähren sich von den Parasiten.

Alle guten Dinge sind drei, aber wir wollen natürlich auch noch Leopard und Löwe erleben. Also geht die Suche weiter. Als nächstes präsentieren sich die gestreiften Wildpferde im Buschland.

Zebras sind scheu und bissig. Alle Versuche sie dauerhaft zu domestizieren sind oft fehlgeschlagen. Über den Sinn der markanten Streifen streiten sich noch heute die Experten.

Ein erwachsenes Nilkrokodil erlegt pro Woche nur etwa ein Beutetier. Krokodile sind nicht in der Lage Nahrung zu kauen. Sie reißen ihre Beute in Stücke und verschlucken sie vollständig.

Leoparden zu entdecken gelingt äußerst selten. Wir haben wieder Glück und finden gut versteckt in einer Felswand ein schlafendes Exemplar.

Leoparden haben ein außerordentlich breites Beutespektrum, das von Käfern über Reptilien bis hin zu Vögeln und Großsäugern reicht.

Kurz vor Verlassen des Parks erreicht uns noch eine wichtige Nachricht. Und dann sehen wir sie noch. Friedlich dösend erholt sich ein Löwenrudel vom nächtlichen Beutezug. Glück gehabt. Der erste Teil der Reise war also erfolgreich.

Zum zweiten Höhepunkt unserer Reise soll die Fahrt entlang der Panorama Route werden.

Der Blyde River Canyon gilt als eines der großen Naturwunder Afrikas. Auf 26 Kilometer Länge hat der Fluss den roten Sandstein bis zu 800 Meter Tiefe ausgehöhlt.















Die Bourke`s Luck Potholes sind tiefe Strudellöcher und Röhren die durch die Bewegung von Steinen in die Felsen geschliffen wurden. Benannt ist die Sehenswürdigkeit nach dem Goldsucher Tom Bourke, der an diesem Ort eine geringe Menge Gold fand. Noch zeigt sich Südafrika wie wir es erwartet haben.
















Auf der Rückfahrt nach Johannesburg erleben wir dann aber hautnah den schwelenden Konflikt im Zusammenleben von Schwarz und Weiß. Weiße Farmer protestieren mit Straßensperren gegen die zunehmende Gewalt durch die schwarze Bevölkerung. Jährlich werden hunderte Farmer und ihre Familien umgebracht und beraubt. Die Verfolgung dieser Straftaten wird durch die Justiz jedoch sehr zögerlich behandelt. Auch die Presse verhält sich zurückhaltend. „Berichtet darüber zu Hause“, bitten uns die Demonstranten.















Nachdenklich verlassen wir diesen Landesteil und fliegen an die Südküste nach Port Elisabeth.

In der Western Cape Provinz folgen wir der Gartenroute. Sie erstreckt sich entlang der Küste des Indischen Ozeans und soll uns durch herrliche Landschaften und Urwälder führen.

Der Tsitsikamma National Park ist geprägt von den warmen Strömungen des Indischen Ozean und den ganzjährig angenehmen, gleichbleibenden Temperaturen. Beste Voraussetzungen, dass sich hier eine nahezu tropische Vegetation entwickelt hat.

Bei einer Rundwanderung entlang der Küste gelangen wir zur Mündung des Storm River. Über eine wackelige Hängebrücke erreichen wir das andere Ufer. Die Tragkraft ist auf 25 Personen begrenzt. Der Rückweg lenkt uns über zwei weitere Hängebrücken. Steile Treppen führen uns wieder hinauf auf den Wanderpfad.




























Wir folgen der Gartenroute nach Knysna.

Der beliebte Badeort liegt geschützt vom Indischen Ozean in einer Lagune. An der Hafenfront laden viele Hotels und Restaurants zum Verweilen ein. Bei herrlichem Wetter erkunden wir die Bucht bei einer Schiffsrundfahrt. In der Ferienzeit verbringen viele Einheimische hier ihren Urlaub.


Ein kleiner Afrikamarkt bringt etwas Belebung in den wenig attraktiven Ortskern.

Wir fahren weiter westwärts und erreichen Bettys Bay.

Hauptattraktion sind die Pinguine am Stony Point. Neben Pinguinen sehen wir noch Klippschliefer, Kormorane und andere Vögel. Ein langer Holzsteg führt einmal längs durch die ganze Pinguinkolonie. Dabei kommen wir den Tieren ganz nahe. Die Brillenpinguine sind die einzigen heute noch in freier Wildbahn lebenden ihrer Art in Afrika. Sie werden etwa 65 cm groß und fressen bevorzugt ölreichen Fisch, wie Sardinen und Sardellen.



























Aufmerksam beobachten uns die putzigen Klippschliefer.













Die Anfahrt zum Stadtkern von Kapstadt ist deprimierend. Kilometerlang säumen Town Ships den Weg in die Innenstadt.


Im krassen Gegensatz präsentieren sich die Gebäude entlang des Atlantikstrandes.

Kapstadts besondere Lage erkennen wir bei einem Hubschrauberflug. Signal Hill, Lions Head, Tafelberg und die Bergkette der zwölf Apostel erheben sich hinter den schmalen Küstenstreifen.


Sightseeing in Cape Town ist einfach. Mehrere Buslinien fahren zu vielen interessanten Stellen in und um Kapstadt. Vor dem Castle liegt der große Exerzierplatz mit dem Rathaus. Vom Balkon sprach Nelson Mandela erstmals als Staatspräsident zu seinem Volk.

Vorbei am Blumenmarkt gelangen wir zum Green Market Square.

Hier findet täglich ein Markt mit Kunsthandwerk und Trödel statt.

In der St. George´s Cathedral hat Erzbischof Desmond Tutu Demonstranten beim Kampf gegen die Apartheid Zuflucht gewährt.

Ein Ort der Ruhe und Erholung ist der Comany`s Garden mit exotischen Blumen und Bäumen.

Am Hang des Signal Hill reihen sich die farbenfrohen Häuser von Kapstadt ältestem Stadtteil. Im Bo-Kaap Viertel, auch malaisches Viertel genannt, ist die muslimische Gemeinde zu Hause. Es sind die Nachfahren von Sklaven die im 17. Jhd. ans Kap verschleppt wurden.

Vor der Kulisse des Tafelberges liegt am Alten Hafen das Einkaufs- und Vergnügungszentrum. Die Victory & Alfred Waterfront wurde nach der englischen Königin und ihrem zweiten Sohn benannt.

Die Rundtour führt uns hinauf zur Talstation der Seilbahn auf den Tafelberg. Wegen starker Winde ist die Auffahrt zum Wahrzeichen der Stadt heute allerdings nicht möglich.

Den Abend verbringen wir an der Camps Bay in einem der vielen Restaurants beim Essen.

Die Gegend um Kapstadt ist bekannt für den Weinanbau. Weltweit reicht der Vertrieb der qualitativ hochwertigen Erzeugnisse. Im Tal von Constantia liegt das älteste und bekannteste Weingut Groot Constantia.

In gepflegter Atmosphäre werden uns edle Weine und Speisen angeboten.

Die Fahrt über den Chapmans Peak Drive zum Kap der Guten Hoffnung ist ein Muss für jeden Südafrikatouristen. Seit ihrer Eröffnung 1922 gilt sie als eine der spektakulärsten Küstenstraßen der Welt.

Auf dem Fußweg zum Leuchtturm werden wir mit herrlichen Ausblicken belohnt.















Das Kap der Guten Hoffnung liegt etwas westwärts am Strand. Ein wichtiger Fotostopp für Touristen.

Erstaunlich variantenreich präsentiert sich uns das umliegende Buschland.



















Bedeutung erlangte die Region als Stützpunkt für Handelsschiffe auf ihrem Seeweg nach Indien.

Im 17. Jhd. besiedeln die ersten Buren das Kap der Guten Hoffnung. In der Folge kam es zu vielen blutigen Kämpfen gegen die Einheimischen. Die Unterdrückung der schwarzen Bevölkerung gipfelte Mitte des 20. Jahrhunderts in der strikten Rassentrennung während der Apartheid.















Mit deren Ende und der Vereidigung von Nelson Mandela zum ersten schwarzen Präsidenten wuchs die Hoffnung auf ein gleichberechtigtes, friedliches Miteinander von Schwarz und Weiß.


Nach über 20 Jahren sieht aber die Realität leider wieder anders aus.

Korruption und Misswirtschaft werfen das Land in seiner Entwicklung immer wieder in die Vergangenheit zurück. Ein Land mit so vielen Bodenschätzen schafft es nicht für seine vielschichtige Bevölkerung vernünftig zu sorgen. Einerseits faszinierend, andererseits deprimierend, das sind die persönlichen Eindrücke unserer Reise nach Südafrika.

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