JOBO-FILM

Reiseerlebnisse aus vielen Ländern der Erde

Norwegen „Die schönste Schiffsreise der Welt“

 

Entlang der finnischen Grenze, dem Flusslauf des Tana folgend, führt die E6 direkt nach Kirkenes, dem Startpunkt der schönsten Seerreise der Welt.  

Kirkenes eine Stadt mit 6000 Einwohnern, hat seine Entstehung dem Eisenerz zu verdanken, das hier gewonnen und verarbeitet wurde. Heute sind die Minen stillgelegt. Während des 2. Weltkrieges wurde die Stadt durch russische Bombenangriffe stark zerstört und schließlich 1944 von den deutschen Truppen dem Erdboden gleichgemacht. Das Denkmal mit einem russischen Soldaten erinnert an die Befreiung.  





























Von Kirkenes über das Nordkap, Hammerfest, Tromsö, die Lofoten Inselgruppe, Bodö, Trondheim, Molde werden wir nach 6 Tagen unser Ziel in Bergen erreichen. 

Die Polarlys, eines der Postschiffe der Hurtigruten, wurde 1996 in Dienst gestellt. Mit 123 m Länge und 19,5 m Breite zählt sie zur neueren Generation. 
















Das Schiffsinnere unterscheidet sich kaum mehr von dem eines Kreuzfahrtschiffes. Panoramasäle, Testaurants, Salons, Bars und Sonnendecks sind selbstverständlich. Auch für das leibliche Wohl wird bestens gesorgt. Reichhaltige Buffets bieten leckeres für jeden Geschmack. Die Kabinen sind klein aber zwechmäßig eingerichtet.  

Mit einem Blick zurück verlassen wir Kirkenes und fahren durch die Barentsee Richtung Vardö. Die östlichste Stadt Norwegens liegt auf einer Insel und ist durch einen Unterwassertunnel mit dem Festland verbunden. Fischfang und Fischverarbeitung ist die Lebensgrundlage der ca. 3000 Einwohner. Im ältesten Ort in Finnmark wurde bereits 1307 eine Kirche durch Erzbischof Jörund geweiht. 
















Die Vardöhus Festung wurde 1734-38 erbaut, 1793 stillgelegt und 1800 wieder in Betrieb genommen, da die Russen an der Küste zu plündern begannen. Im Inneren der achteckigen sternförmigen Schanze stehen das Kommandantenhaus, die Wache, Magazin, Pulverhaus, Brunnenhaus, Kaserne und Munitionshaus. 
















Entlang der Küste geht die Fahrt zum Nordkap. Ein Abstecher in den Porsangerfjord führt uns in ein Gebiet landschaftlicher Eigenheiten. Der Porsangerfjord, abseits und doch zentral, hat die nördlichste Schärenküste der Welt. Die Uferstrecken bei Roddenes und Silarfossen mit dem zweitgrößten Canon Europas zeigen deutlich, wie Eis und Wasser die Landschaft verändert haben. 
















Die dramatisch geformten Landschaften regten zu Sagen an. In Trollholmsund findet man Felsformationen, die der Sage nach Trolle sind, die von der Sonne überrascht zu Stein erstarrten. In der nördlichen Region 
















Norwegens muss man immer mit frei laufenden Rentieren rechnen. In ihrem Verhalten zeigen sie oft dem Autofahrer, wer hier eigentlich die Vorfahrt hat. 
















Das Nordkap liegt auf der Insel Mageröya. Seit 1999 erreicht man die Insel durch einen 16 km Langen Unterwassertunnel. Skarsvog mit seinen 200 Einwohnern in einer Bucht gelegen, gilt als das nördlichste Fischerdorf der Welt. Abseits vom Trubel auf dem Nordkap-Plateau kann man hier in Ruhe die Landschaft genießen. Von der interessanten Felsformation „Kirkeporten“ schweift der Blick zum Nordkap mit seinem markanten Horn. 
















Das Nordkap erhielt seinen Namen 1533 von dem englischen Seefahrer Chancellor, der hier erfolglos die Nordostpassage suchte. Oft wolkenverhangen oder unter dichtem Nebel versteckt, zeigt es sich bei unserem Besuch von der sonnigen Seite. 

















Vom Nordkapzentrum, das für 25 Mio Euro ausgebaut wurde, liegt der größte Teil der Anlagen unter der Erde. Viele gekrönte Häupter zog der Felsklotz in seinen Bann. Louis Philippe, den späteren Bürgerkönig, den Schweden Oskar II und den deutschen Kaiser Wilhelm II. Heute ist das Nordkap ganz auf Massentourismus eingestellt. Die kleine Kapelle ist eine Oase der Ruhe und Besinnung. Sie wird für Andachten und Hochzeiten genutzt. Im Souvenirshop findet man alles von Kitsch bis hin zum hochwertigen Kunsthandwerk der Samen. Durch einen langen Tunnel kommt man in eine Grotte, die als Cafe ausgebaut ist. Die Sitzanordnung ist so gewählt, dass jeder Gast einen freien Blick auf die Mitternachtssonne durch das 80 qm große Panoramafenster hat. 






























Hammerfest, die nördlichste Stadt der Welt, besitzt bereits seit 1789 das Stadtrecht. 1890 vernichtete ein Großbrand die meisten aus Holz erbauten Häuser. Seit 1893 legen hier die Schiffe der Hurtigrute an. Zwischen November 1944 und Februar 1945 wurde Hammerfest von deutschen Truppen bis auf die Grabkapelle zerstört. Die katholische Kirche wurde 1957 unter Mithilfe von deutschen Freiwilligen als Wiedergutmachung aufgebaut. 

Vom Salen, dem Stadtberg mit 81 m Höhe, hat man eine hervorragende Aussicht. 















Weithin sichtbar ist die Hammerfest Kirche aus dem Jahr 1961.














 


Sehenswert ist der Eisbärenclub im Rathaus, wo jeder Mitglied werden kann. 
















Der Brunnen von Örnulf Bast aus dem Jahr 1957 zeigt eine Fischersfrau umgeben von ihren Kindern. Der Markt bietet ein reichhaltiges Angebt bis hin zum Kunsthandwerk der Samen. Gegenüber dem Zentrum steht auf einer Landzunge die Meridiansäule in Erinnerung an Vermessungsarbeiten von norwegischen und russischen Geodäten, die in der Zeit von 1816-52 durchgeführt wurden. 
















Durch stimmungsvolle Landschaften gleiten wir bei ruhiger See weiter Richtung Süden. 
















In der Nähe von Alta, am gleichnamigen Fjord gelegen, finden wir bei Hjemmeluft die meisten Felszeichnungen in Nordeuropa. Sie sind zwischen 2000 und 5000 Jahre alt und wurden zufällig 1973 entdeckt. Insgesamt sind es ca. 4000 Einzeldarstellungen mit überwiegend Tiermotiven. Sie geben Einblick in die Lebens- und manchmal auch Glaubenswelt der Fischer, Jäger, Hirten und Bauern. 
















Die Reise mit dem Postschiff wird ständig durch Anlegemanöver unterbrochen. Für den Kapitän und die Besatzung ist es jedes Mal eine Herausforderung, das Schiff zentimetergenau zu steuern.Die Passagiere nutzen die Gelegenheit zu Landausflügen, um Land und Leute kennen zu lernen.
















Gegen Mitternacht erreichen wir Tromsö, wo es auch noch Mitte August um diese Zeit hell ist. Die Mitternachtssonne scheint hier vom 21. Mai bis zum 23.Juli. Zu den Sehenswürdigkeiten gehört die Eismeerkathedrale, das Wahrzeichen der Stadt aus dem Jahr 1965. Der von dem Osloer Architekten Hovig entworfene moderne Kirchenbau besteht aus 11 unterschiedlichen großen Betongiebeln, die durch Glasfenster voneinander getrennt sind. Die graue Aluminiumverkleidung der Außenflächen reflektiert das von innen nach außen fließende Licht. 
















Nicht weit entfernt von der Eismeerkathedrale gelangt man mit der Kabinenbahn auf den 420 m hohen Aussichtsberg „Fjellheisen“. Von hier hat man einen phantastischen Ausblick auf die Stadt, die geschützt durch vorgelagerte Inseln gegen das offene Meer, selbst auf einer Insel liegt. Tromsö ist die flächenmäßig größte Stadt Norwegens in der etwa 50.000 Menschen leben. Tromsö ist Handels-, Hafen- und Provinzstadt und beherbergt die nördlichste Universität der Welt. Vom Hafen aus starteten zahlreiche Expeditionen. Walfang, die Suche nach der Nordostpassage oder der Wettlauf zum Nordpol waren die erklärten Ziele. Die Norweger Nansen und Amundsen waren die erfolgreichsten die von hier aus ihre Expeditionen begannen. Das Attribut „Paris des Nordens“ erhielt die Stadt aufgrund ihrer malerischen Holzhäuser mit den farbenprächtigen Fassaden. Immer mehr davon werden aber durch Steinbauten ersetzt und so verliert das Stadtbild ständig mehr von seinem früheren Charme. Die Innenstadt verfügt über eine Fußgängerzone. 
















Die katholische Kirche aus dem 19.Jahrhundert ist zugleich der nördlichste Bischhofssitz. Die lutherische Domkirche stammt auch aus dem 19. Jahrhundert und ist die größte neugotische Holzkirche des Landes mit über 700 Sitzplätzen. 
















Das Polarmuseum aus dem Jahr 1976 ist in einem denkmalgeschützten Lagergebäude untergebracht. Es beherbergt Gegenstände und Ausstellungen zu Jagd, Fischerei und Forschung in der Arktis. 
















Mit einem Blick auf die am Stadtrand liegende Sprungschanzenanlage verlassen wir Tromsö mit Kurs auf die Lofoten. 

Im Schutz der vorgelagerten Inseln Kvalöya und Senja fahren wir durch enge Sunde über Risöyhamn nach Sortland. Die Fahrrinnen werden ständig überwacht und müssen von Zeit zu Zeit ausgebaggert werden. Zentraler Ort auf den Versterolen ist Sortland mit rund 4000 Einwohnern. Die Inselgruppe der Vesterolen schließt sich nordöstlich an die Lofoten an. Die Gebirge sind nicht so schroff und es gibt zusammenhängende Waldgebiete. Wir nehmen Kurs auf Stokmarknes, der Wiege der Hurtigrute. 1881 gründete Richard With die Dampfschifffahrtsgesellschaft. Die über 100-jährige Geschichte der Postschiffe und ihre Bedeutung für das Leben der Menschen im Küstenraum wird im Hurtig Hus Museum dokumentiert. 
















Durch den engen Raftsund fahren wir zu der Lofoten Inselgruppe. Norwegen ist heute das Land der Brücken und Unterwassertunnels. Der Reichtum durch die Erdölmilliarden wird konsequent in die Verbesserung der Infrastruktur des Landes investiert. 
















Auf dem Weg nach Svolvaer führt uns ein Abstecher in den nur 100 m breiten Trollfjord. Zwei Kilometer geht die Fahrt vorbei an senkrecht stehenden Felswänden. 1880 fand hier eine blutige Auseinandersetzung statt, bei der Fischer mit ihren modernen Dampfschiffen einen Dorschschwarm mit Netzen den Ausweg versperrten und so die traditionellen Fischer mit ihren offenen Booten vom Fang ausschlossen. 1890 schuf der Künstler Gunnar Berg das bekannte Gemälde „Schlacht im Trollfjord“ das im Rathaus von Svolvaer zu sehen ist. 





























Wir nähern uns der Hauptstadt Svolvaer, im Hintergrund die bizarren Gipfel der hohen Berge. Mit etwas Phantasie erinnert diese Felsformation an King Kong. Wahrzeichen des Ortes ist das Felsmassiv Svolvaergeita, das wegen seiner zwei Spitzen an das Aussehen eines Ziegenbocks erinnert. Mutige springen von einem Horn zum anderen. Das moderne Städtchen bietet das größte Warenangebot und die meisten Hotels des Archipels. Der Ort lebt vom Fischfang und Verarbeitung. Hier findet jährlich zwischen Januar und April der weltweit umfangreichste Kabeljaufang statt. 
















Nusfjord ist eines der besterhaltenen Lofotendörfer. Seit 1975 steht es auf der Denkmalschutzliste der UNESCO. Im Lofotenaquarium wird das maritime Leben dokumentiert. Zu den beliebtesten Fotomotiven gehört das Fischerdorf Henningsvaer. Hier können wir die Verarbeitung des Kabeljau zu Stockfisch sehen. Der geköpfte und ausgenommene Fisch wird zum Trocknen paarweise an Holzgestellen getrocknet. Beim Trocknen bleiben Proteine und Vitamine erhalten. In Italien wird er traditionell als Fastenspeise geschätzt. Wegen ihrer einzigartigen Natur sind die Lofoten heute ein beliebtes Reiseziel.
















Großes Hallo ist jedes Mal angesagt, wenn sich Schiffe der Hurtigrute begegnen. Überschwänglich wird dann vom Personal gerufen und mit Tischdecken gewinkt. 
















Die am Saltfjord gelegene Stadt Bodö ist in erster Linie ein Verwaltungs- und Ausbildungszentrum. Historisch bedeutende Sehenswürdigkeiten hat die Stadt nicht zu bieten, da sie im 2. Weltkrieg stark zerstört wurde. Bodö hat einen Bischhofssitz. Wichtigster Arbeitgeber ist das Militär, das hier das Oberkommando der Luft- und Seeverteidigung Stationiert hat. Ein lohnender Abstecher führt zum Saltstraumen. Er gilt als der weltweit stärkste Gezeitenstrom. Durch den 3 km langen und 150 m breiten Sund werden bei jedem Gezeitenwechsel rund 400 Mio qm Wasser gepresst. 

In der Nähe des Polarkreises liegt der Svartisen Gletscher. Das impossante Gletscherfeld erreicht man mit dem Boot. Mit einer Ausdehnung von 320 qkm ist er der zweitgrößte Gletscher Norwegens. 
















Die Polarkreissäule markiert den nördlichen Polarkreis bei 66,5 Grad. Im Polarkreiszentrum gibt es Ausstellungen zur Kultur und wirtschaft Nordnorwegens. 
















Sandnessjoen, eine Komune mit 7500 Einwohnern hat vielseitige Facetten. Hier lebte in der Sagazeit der Wickingerfürst Torolov Kvedulvson, der für König Harald Schönhaar Steuern bei den Samen eintrieb. Als er dann zu mächtig wurde, musste er mit seinem Leben bezahlen. Vielseitig ist heute die Wirtschaft ausgerichtet mit Fischerei, Industrie, Handel, Verwaltung und Landwirtschaft. 

Weiter führt uns die Route entlang der Küste zu einem einzigartigen Naturschauspiel. Der Torghatten besitzt eine durchgehende Öffnung. Das Loch ist 160 m lang, 20 – 30 m hoch und 10 – 15 m breit. Der Sage nach stammt es vom Pfeil des Hestmannen, der den Hut des Brönnöykongen durchschoss. 
















Trondheim, die drittgrößte Stadt Norwegens, hieß früher Nidaros und erhielt den heutigen Namen erst 1931. Die Stadt, 997 von Olav Tryggvason gegründet, wurde 1075 Bischofssitz und 1152 Sitz eines Erzbischofs. Im selben Jahr wurde mit dem Dombau begonnen. Mehrere Brände zerstörten das Bauwerk und 1869 begann man mit dem Wiederaufbau, der bis heute noch nicht abgeschlossen ist. Zehn Könige sind im Dom beigesetzt. Trondheim ist ein Zentralort für ein weites Umland mit der zweitgrößten Universität und hat sich in den letzten Jahren zur Technologiehauptstadt Norwegens entwickelt. 














Bei ruhiger Fahrt erreichen wir Kristiansund. Die Stadt erstreckt sich über 3 Inseln die mit eindrucksvollen Brücken verbunden sind. Der Hafen wurde schon in der frühen Steinzeit genutzt.Bei Ausgrabungen wurden Siedlungsplätze gefunden, die bis zu 10.000 Jahre alt sind. Die Stadt lebt vom Handel mit Holz, Heringen, Kabeljau und Lachs. Die umliegenden Felsen eignen sich besonders zum Trocknen der Fische. Eigene Schiffe brachten die kostbare Fracht bis in den Mittelmeerraum. 
















Als Stadt der Rosen ist Molde bekannt geworden, ein Verwaltungszentrum mit mordernem Gepräge. Dank der windgeschützten Lage und des vorbeiziehenden Golfstroms, gedeiht hier eine reiche Vegetation. Im August findet alljährlich ein weltbekanntes Jazzfestival statt. Impossant ist der Blick auf das sogenannte Moldepanorama. 





























Bei rauer See erreichen wir unser Ziel Bergen. Die zweitgrößte Stadt Norwegens liegt zwischen sieben Bergen und zählt 225.000 Einwohner. 1070 wurde sie von König Olav Kyrre gegründet. Unter König Hokonsson wurde sie 1217 zur Hauptstadt des Norwegischen Reiches ernannt, verlor aber 1299 diesen Titel an Oslo. Bergen bietet vieles: sakrale Bauten, eine Festung, Museen und alte Handelshäuser. 1343 errichtete die Hanse in Bergen ihr erstes Kontor. Damit begann die Zeit der deutschen Kaufleute, die mehr als 200 Jahre dauerte. Das Hafenviertel mit den alten aus Holz gebauten Kaufmannshäusern, zählt zu den herausragenden Sehenswürdigkeiten von Bergen. Die Hanse-Niederlassung Brygge steht auf der UNESCO-Liste der weltweit unter Denkmalschutz stehenden Kulturgütern. 


















Der Fischmarkt ist ein besonderer Anziehungspunkt. Hier kann man fangfrischen Fisch kaufen. Billig ist das Vergnügen nicht, denn der schönste Fischmarkt des Königreiches ist gleichzeitig wegen der Touristen auch dessen teuerster. 
















Die Festung Bergenhus war im Mittelalter königliches und kirchliches Zentrum. König Hokonsson ließ zur Krönung seines Sohnes 1261 die große Steinhalle errichten. Der Rosenkranzturm stammt auch aus dieser Zeit. Ein Teil des Geländes wird noch vom Militär beansprucht. 
















Wir verlassen Bergen mit der bekannten Bergen–Bahn Richtung Oslo. Zeit genug, um die phantastischen Eindrücke „ der schönsten Schiffsreise der Welt“ zu verarbeiten. 


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